#pflegehorizonte 2021 - am 18.11. in Oldenburg Sonja Laag

Über

Leiterin Versorgungsprogramme bei der BARMER in Wuppertal (Arzthelferin, Redakteurin, Diplom-Gesundheitswirtin); zuerst Arzthelferin in einer ostwestfälischen Landarztpraxis gelernt, anschließend bei einer niedersächsischen Tageszeitung volontiert und gearbeitet, danach ein Jahr in einem Londoner Altenheim gearbeitet und anschließend in Magdeburg Gesundheitsmanagement studiert und während dessen ein Praxissemester in Estland gemacht. Seit 2002 bei der BARMER in Wuppertal und dort überwiegend in der Integrierten Versorgung tätig.

Vortragsthema bei den
Pflegehorizonten 2021

Sektorenbefreit – warum Patientienzentrierung und Digitalisierung neue Abrechnungsmodelle benötigen!

4 Fragen an Sonja Laag

Warum ist es so wichtig, dass Ihr Thema beim Kongress vorgestellt/ thematisiert wird? Wie ist dessen Relevanz? 

Das Konzept des Tandem-Vertrags aus Hausarzt- und Pflegeversorgung eröffnet ein völlig neues Versorgungsmodell für die ambulante Pflege.

Was dürfen die Teilnehmer:innen von ihrem Workshop erwarten? 

Eine neue Primärversorgung aus Hausarzt und Pflege, die Tandem-Versorgung heißt. Ich suche Germany’s Next Tandem-Hausarzt*in und Next Tandem-Pfleger*in. Die ambulante Versorgung muss von den starken Armen dieser beiden Berufsgruppen in einem völlig neuen Miteinander getragen werden.

Wie ordnen Sie den Kongress in den Kontext der Pflege ein?

 Die Pflege muss sich im praktischen Feld von ihrem bisherigen Image der “erweiterten Hausarbeit” für Frauen emanzipieren können. Die Menschen brauchen die Pflege, um den Alltag bestehen zu können und dieses angesichts des demographischen Wandels zukünftig immer mehr.

Welche Personen aus der Pflege- und Gesundheitsbranche haben Ihrer Meinung nach weitere tolle Ideen?

Meine Vorbilder sind die Alten wie Hildegard von Bingen oder Alice Salomon. Hildegard von Bingen hätte die Heilkundeübertragung im System schon umgesetzt. Sie, wie auch Alice Salomon, haben ihr ganzes Leben gegen historische Widerstände gekämpft und genauso ist es heute im Einsatz für interprofessionelle und integrierte Versorgungsstrukturen. Es braucht mehr als eine Idee. Beeindruckt hat mich kürzlich der junge Pfleger Park Eun-tak in der südkoreanischen Serie Dr. Romantic (zu sehen auf Netflix), wie Professionalität, Haltung und Anmut dem Pflegeberuf seine eigene Würde geben. Es sind die Sicht auf die Pflege, wie insbesondere die ambulanten Versorgungsstrukturen in Deutschland, die verhindern, dass mehr Männer diesen vor allem auch körperlich schweren Beruf ergreifen.